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Getrennt lebend ohne Scheidung

Du willst mehr zum Thema „getrennt lebend“ wissen? Und was es dabei in den verschiedenen Bereichen alles zu beachten gibt? Worauf solltest Du achten, was ist wirklich wichtig? In unserem Beitrag befassen wir uns ausgiebig mit diesem Thema!

Getrennt lebend ohne Scheidung: ja oder nein?

Immer wieder wird uns die Frage gestellt, ob man nicht auch ohne Scheidung getrennt leben kann. Eine solche Frage lässt sich nicht einfach so beantworten – vielmehr hat ein getrennt lebend ohne Scheidung sowohl Vor- als auch Nachteile.

Ein wichtiger Punkt, der gegen eine Scheidung zu sprechen scheint, ist die Änderung der Steuerklasse. Denn viele der Noch Ehepartner wollen nicht auf die steuerlichen Vergünstigungen verzichten, welche sie als Ehepaar genossen haben. DOCH: Nach der Trennung muss ein Wechsel der Steuerklasse beim Finanzamt beantragt werden (für das folgende Kalenderjahr).

Somit gibt es keine steuerlichen Vergünstigungen, wenn man sich nicht scheiden lässt.

 

Auch die Mitversicherung der Krankenkasse spielt bei solchen Überlegungen meist eine Rolle – besonders, wenn eine der beiden Ehepartner keinen Beruf ausübt. Sollte es nicht zur Scheidung kommen, ändert sich an der Mitversicherung auch nichts.

 

Ebenfalls wesentlich ist die Frage nach dem Trennungsunterhalt. Die Umstände sind hier unter § 1361 BGB genau geregelt – etwa, wer an wen wie viel Unterhalt beim getrennt Leben zahlen muss.

  • Generell hat der finanziell schwächere Ehepartner einen Anspruch auf „angemessenen Unterhalt“.
  • Doch Achtung: Durch eine lange Trennung besteht die Möglichkeit, dass sich der nacheheliche Ehegattenunterhalt stark verhöht.
  • Durch ein längeres Hinauszögern können potentiell also hohe Folgekosten entstehen.

Wie sieht es mit dem Vermögen aus? Unter dem Aspekt des Zugewinnausgleich wird sämtliches Vermögen mit berücksichtigt, welches von Ehebeginn bis zur Scheidung erworben wurde. Auch Vermögen, welches nach der Trennung gekauft/ erhalten wurde, geht hier also mit hinein.

  • So kann das Vermögen, das aufgeteilt werden muss, stark ansteigen.
  • Und die Kosten der Scheidung noch einmal erhöhen.
  • Ein Lottogewinn beispielsweise müsste ebenfalls geteilt werden.

Hierzu zählen übrigens auch Rentenansprüche – denn sie fallen ebenfalls unter den Aspekt der Anrechte, die während der Ehezeit erworben wurden und somit nun im Versorgungsausgleich Beachtung finden.

  • Es ist klar geregelt, dass die Ehezeit vom Zeitpunkt der Eheschließung bis hin zum letzten Monat vor der rechtskräftigen Scheidung (hiermit ist das erfolgreiche Zustellen des Scheidungsantrags gemeint), erstreckt.

Wie lautet das Getrennt lebend Fazit?

Insgesamt können wir festhalten, dass sich ein Trennen ohne Scheidung nicht nur positiv für beide auswirkt – und das nicht nur in finanzieller Hinsicht.

Laut Gesetzgeber ist es klar geregelt: Es ergibt sich KEIN nennenswerter Kostenvorteil, wenn man sich nicht scheiden lässt – unter Umständen muss der vermögendere Ehepartner sogar einiges draufzahlen. Dieser Entscheidung wohnt also ein gewisses Risiko inne – dessen solltest Du Dir unbedingt bewusst sein.

Nimm Dir daher ausreichend Zeit und wäge sämtliche Vor- und Nachteile genau ab. Zumal es für viele häufig besser ist, einen klaren Strich zu ziehen und die Trennung amtlich zu machen. Dies kann einem dabei helfen, auch in emotionaler Hinsicht schneller wieder nach vorne schauen zu können – die Erfahrungen haben dies eindeutig gezeigt. Doch sollten in dieser Hinsicht natürlich stets die individuellen Umstände in Betracht gezogen werden – eine pauschale, allgemeingültige Lösung gibt es somit nicht.