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Scheidung nach Trennungsjahr

Ihr beide habt Euch getrennt? Und nun willst Du Dich genauer über die Scheidung nach Trennungsjahr informieren? Was gibt es dabei alles zu beachten? Und wie sollte diese Zeit bis hin zur Scheidung am besten genutzt werden? Wir haben alle wichtigen Infos – in diesem Beitrag!

Nach dem Trennungsjahr beantragen – was ist zu beachten?

Das Trennungsjahr wurde vom Gesetzgeber als eine Art „Bedenkzeit“ eingeführt. Und das nicht ohne Grund: Denn nicht selten merken die Noch-Ehepartner in diesem Zeitraum, dass sich die Beziehung vielleicht doch noch retten lässt – und dass sie es noch einmal miteinander probieren möchten.

Viele sehen diese Zeit jedoch als ein notwendiges Übel. Eine Wiederaufnahme der Ehe, der Beziehung, steht für sie völlig außer Frage. Doch ist das Trennungsjahr keine verlorene Zeit. Denn es kann dafür genutzt, werden, bestimmte Sachen zu ordnen und zu klären – und das Scheidungsverfahren, das später kommt, effektiv zu beschleunigen.Grundsätzlich möchten wir Dir an dieser Stelle raten, Dir Hilfe zu suchen, wenn Du Dich überfordert fühlst! Schließlich ist das emotional eine recht belastende Zeit, die viel von Dir abverlangt. Ganz zu schweigen davon, dass sich ein Experte nun mal deutlich besser mit Familienrecht und Co. auskennt. Daher solltest Du jetzt keinen falschen Stolz an den Tag legen – auch, um Dich selbst zu entlasten.Doch was sollte im Trennungsjahr alles geklärt werden? Hier ein Überblick:Wichtig sind natürlich der Unterhalt, die Vermögensangelegenheiten und der Umgang mit Kindern, sofern diese vorhanden sind. All das lässt sich schon jetzt einvernehmlich regeln – und diese sogenannte Scheidungsfolgenvereinbarung kann gleich notariell beglaubigt werden. Auf diese Weise ist eine rechtliche Bindung gewährleistet, gleichzeitig lassen sich so diverse Kosten sparen. Beim Hausrat braucht es eine derlei Beglaubigung übrigens nicht.

Wichtig für das Amt ist auch der sogenannte Versorgungsausgleich. Hier müssen beim Familiengericht alle erforderlichen Auskünfte vom Rentenversicherungsträger mit eingeholt werden-  Voraussetzung dafür ist jedoch eine Kontenklärung beider Ehegatten vorab. Diese kann auch gleich im Zuge des Scheidungsantrags erfolgen.

Ebenfalls wichtig sind die gemeinsamen Versicherungen – diese sollten möglichst rasch aufgekündigt werden. Wenn einer der beiden beim Anderen über die gesetzliche Familienversicherung mitversichert ist, sollte er sich auch um eine andere Krankenversicherung bemühen – denn die Mitversicherung endet drei Monate nachdem die Scheidung rechtskräftig geworden ist.

Und was ist mit der gemeinsamen Mietwohnung? Hier sollte der Vermieter rechtzeitig vom Auszug in Kenntnis gesetzt werden. Sträubt sich der Vermieter dagegen, raten wir zu einer schriftlichen Vereinbarung zwischen beiden Ehegatten. In dieser sollte festgehalten sein, dass derjenige, der in der Wohnung bleibt, den anderen aus allen evtl. Ansprüchen, die sich aus dem Mietverhältnis ergeben, entlässt.

Natürlich bleibt so noch die gemeinsame Haftung der beiden gegenüber dem Vermieter vorhanden. Doch ist es für denjenigen, der auszieht, möglich, beim Inanspruchnehmen durch den Vermieter den Noch Ehepartner, der in der Wohnung bleibt, über diese schriftliche Vereinbarung in den Regress zu nehmen.

Wenn beiden jedoch die Immobilie gehört und einer der beiden auszieht, ist es für den Anderen häufig nicht mehr möglich, die Finanzierung dieses Objekts alleine aufrechtzuerhalten. Daher sollten sich beide überlegen, ob die Immobilie verkauft wird – oder ob eine Vermietung eine gute Lösung darstellt.