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Trennung mit Kind

Euch als Paar gibt es nicht mehr – und Ihr wollt jetzt endgültig den Schlussstrich ziehen? Wie aber sagt Ihr es Eurem Nachwuchs? Und was gibt es in Sachen Sorgerecht zu beachten? Wir haben einen kleinen Leitfaden für Dich zusammengestellt – und hoffen, dass er Dir jetzt, in dieser schwierigen Situation, hilft!

Trennung mit Kind – was beachten?

Wir möchten uns in diesem Artikel vor allem mit den rechtlichen Grundlagen einer Trennung mit Kind(ern) beschäftigen. Vor allem, was das Sorgerecht, das Umgangs- sowie das Aufenthaltsbestimmungsrecht und den Auskunftsanspruch anbelangt. Und natürlich der Unterhalt…

Generell ist festzuhalten, dass BEIDEN ELTERNTEILEN das Sorgerecht zusteht – laut § 1626 BGB. Drei Bereiche sind hierbei zu unterscheiden (§1687 BGB)

  • Entscheidungen über Angelegenheiten des Alltags (diese trifft derjenige, bei welchem sich das Kind hauptsächlich aufhält – wie etwa Nachhilfe, Aufenthalt bei Verwandten,…)
  • Entscheidungen über die tatsächliche Betreuung (darüber entscheidet derjenige, bei dem das Kind gerade ist – wie etwa Ernährung, Schlafenszeit,..)
  • Entscheidungen über Angelegenheiten von wesentlicher Bedeutung (welche Schule, welche Ausbildung, Operation ja oder nein – können nur GEMEINSAM entschieden werden).

Entscheidend bei der Frage, wer das Sorgerecht bekommt, ist das Kindeswohl. Ist das Gericht der Auffassung, dass dieses gefährdet ist, kann dieses teilweise oder ganz entzogen werden (§ 1666 BGB). Auch eine mangelnde Kommunikation seitens der Eltern kann Einschränkungen nach sich ziehen.

 

Davon zu trennen ist übrigens das Aufenthaltsbestimmungsrecht, also, bei wem die Kinder praktisch leben. Kann dies nicht von den Eltern entschieden werden, bestimmt das Familiengericht (§ 1628 BGB). Das Kind hat jedoch Recht auf einen Umgang mit seinen beiden Eltern – das sogenannte Umgangsrecht. Damit dies auch realisiert wird, gibt es die Wohnverhaltensklausel in § 1684 BGB (Abs. 2). Auch weitere wichtige Bezugspersonen wie Großeltern oder Geschwister haben übrigens Anrecht auf einen Umgang mit den Trennungskindern.

 

Bei all dem haben die Kinder übrigens ein Mitspracherecht – besonders, wenn sie älter sind. Der Wunsch eines sechs- siebenjährigen Kindes sollte seitens des Gerichts und natürlich der Eltern mit berücksichtigt werden. Will ein Teenager nicht bei dem einen Elternteil wohnen, kann dies auch nicht durchgesetzt werden. Damit dieses Recht zur Mitbestimmung auch gewahrt bleibt, kann ein Verfahrensbeistand (umgangssprachlich Kindesanwalt) eingesetzt werden (§ 158 Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG).

 

Allerdings hat sich in der Praxis gezeigt, dass diese Regelungen mitunter nur schwer umzusetzen sind – und teilweise einiges von den Betroffenen selbst abverlangen. Es kann nur immer wieder darauf hingewiesen werden, dass es um das Wohl des Kindes geht – und alles andere daher erst einmal zurückstehen sollte.

Trennung mit Kind – wie vorgehen?

Wichtig ist natürlich auch, es dem Nachwuchs auf möglichst schonende Art und Weise beizubringen. Denn viele, besonders Kinder im Grundschulalter, denken, sie seien schuld, dass Mama und Papa sich jetzt nicht mehr lieb haben. Das ist eine schwierige Situation – umso wichtiger ist daher, dem Kind zu zeigen und ihm gegenüber zu kommunizieren, dass BEIDE auch weiterhin voll und ganz für es da sind. Dass sich an der Liebe zum Kind rein gar nichts geändert hat.

Wichtig ist es, gerade jetzt dem Kind mit viel Liebe, Fürsorge und Verständnis zu begegnen. Ja, das ist nicht immer leicht – doch auch für das Kind ist es nun mal eine schwierige Situation.